Schande von Gijon

Als „die Schande von Gijon“ ging das Vorrundenspiel Deutschland gegen Österreich 1982 in Gijon im Norden von Spanien bei der Fussball WM mit dem Ergebnis 1:0 ein.

Nun zum allerletzten WM-Gruppen-Vorrundenspiel am 26. Juni 2014 um 18 Uhr deutscher Zeit von Deutschland gegen die USA in Recife bestand nun erneut die Gefahr und Möglichkeit einer neuen Variante einer „Schande von Recife“ in Abwandlung „der Schande von Gijon“ aus dem Jahr 1982.

Ein Punkt jeweils für die USA und Deutschland würde jeweils beiden Teams genügen und Ghana und Portugal könnten unabhängend von deren Spielausgang nicht mehr das Achtelfinale erreichen.

Sowohl Klinsmann und Löw hatten aber diesbezüglche Absprachen für Donnerstag 18 Uhr zurückgewiesen und „eine Schande von Recife“ drohe daher nicht.

Nach Vorarbeit und Flanke von Pierre Littbarski erzielte damals Horst Hrubesch 1982 mit dem Oberschenkel den einziger Treffer, der die deutsche Elf damals in die nächste Endrundengruppe brachte.

Das Tor fiel in der 11. Minute und danach begann der eigentliche Skandal und das Rumgeschiebe zwischen den beiden Strafräumen und „die Schande von Gijon“ nahm ihren Beginn.

Beide Teams also Deutschland und Österreich waren somit für die nächste Runde qualifiziert und es begann ein ca. 80 Minuten dauernder fussballerischer Nichtangriffspakt, der auch den damaligen ARD Live Reporter zu mutigen und sehr kritischen Bewertungen und Kommentaren bewegte.

So entstand am Ende des Spiels auch die Redewendung „die Schande von Gijon“ und diese ging bis heute so  in die Fussballgeschichte ein.

„Die Schande von Gijon“ kam durch die tabellarische Gruppenkonstellation zustande und auch die Tatsache, dass die anderen Begegnung in der Vorrundengruppe zwischen Algerien und Chile und dem 3:2 Sieg schon mehrere Stunden vorher stattgefunden hatte und das Ergebnis den Deutschen und Österreichern schon bekannt war.

Dem deutschen Team reichte also schon ein knapper Sieg und die Österreicher konnten sich eine knappe Niederlage mit weniger als 3 Toren erlauben, um trotzdem die Vorrunde zu überstehen.

Diese Gruppensituation war sozusagen die Voraussetzung für das Zustandekommen der „Schande von Gijon„.

Die WM 1982 in Spanien hatte mit der sehr überraschenden Niederlage der deutschen Mannschaft und Trainer Jupp Derwall gegen Algerien begonnen, auch wenn damals die bevorstehende „Schande von Gijon“ noch nicht zu erahnen war.

Nachdem Toni Schumacher den Schuss von Belloumi noch abwehren konnte, traf Madjer sensationell zum 1:0 zum Ausgleichstor.

Karl-Heinz Rummenigge glich dann zum 1:1 aus. Aber unmittelbar nach dem Ausgleich kam das algerischen Team wieder vor das deutsche Tor und nach einer Eingabe von Madjer erzielte Belloumi das 2:1 siegtor für Algerien.

Nach dem Sieg gegen Chile sollte dann „die Schande von Gijon“ von Deutschland gegen Österreich ihren Ausgang nehmen.

Letztendlich kam das deutsche Team noch ins Endspiel nach Madrid und verlor dort aber gegen den Italien mit 1:3, die somit Weltmeister wurden.

Noch viele Jahre später wird von Zeit zu Zeit immer mal wieder an „die Schande von Gijon“ erinnert und zurückgeschaut.  Auch in den Jahren danach gab es gelegentlich in Turnieren zumindest ähnliche Tabellensituationen bei WM- oder EM-Endrunden oder bei Qualifikatiosduellen.

Erinert sei da an ein Unentschieden zwischen Polen und der damaligen UdSSR oder viel, viel später bei einem EM-Turnier an ein kurioses 2:2 zwischen Dänemark und Schweden.

Auch da genügte beiden Teams im letzten Gruppenspiel ein Remis, aber keines der Teams wollte sich daher den Vorwurf einer neuen „Schande von Gijon“ aussetzen und boten ein abwechslungsreiches Spiel. Besonders kurios war da jedoch, dass zufällig einer der Torhüter ausgerechnet in der Schlussminute einen Patzer machte, den Ball unbedrängt fallen ließ und so noch den Treffer zum 2:2 für den Gegener ermöglichte.

2 Kommentare zu “Schande von Gijon
  1. Katja sagt:

    Gern darfst du auch noch etwas mehr schreiben über Fussballgeschichten.

  2. Sabine sagt:

    Das war damals schon eine kuriose Geschichte und der Skandal.

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